Was bleibt für immer? Was heißt für immer?
Und was wäre - wenn es nur ein für immer gäben würde - und nichts endliches?
Denn ist es nicht gerade die Tatsache - dass das Leben endlich ist - genau die Tatsache, die das Leben so lebenswert macht? Aber warum ist es dann so beängstigend?
Endlichkeit - klingt irgendwie sehr negativ. Sei es eine Beziehung, ein Job, oder eine Freundschaft. Vieles endet früher oder später... Aber alles?
Zeit ist endlich. Zeit rennt. Jede Sekunde geht eine Sekunde verloren.
Zeit ist somit auch mein größter Feind. Ich mag die Zeit nicht. Obwohl sie auch ihr positives mit sich bringt. Denn Dinge - die endlich sind - kann man meiner Meinung nach mehr genießen als diese - die es nicht sind. Was wäre denn noch spannend daran - wenn man so lange wie man nur will - reisen kann? Wenn man jedes der vielleicht 195 Länder der Welt besuchen könnte, und da überall so lange Leben könnte - wie man nur will? Denn Zeit hat man ja genug. Wo wäre da denn dann der Reiz an der Sache?
Manchmal frage ich mich, ob alle Menschen das realisiert haben, dass das Leben endlich ist, dass die Uhr tickt und die Zeit Sekunde für Sekunde abläuft. Aber viel öfter frage ich mich - wie ich mich verhalten würde - wenn ich wüsste - ich hätte noch vielleicht 1 Woche zu leben. Was würde ich tun? Und wieso tu ich die Dinge dann nicht jetzt - wo ich weiß/hoffe - ich habe noch viele Jahre zu leben? Wieso leben wir so verschwänderisch? Und genießen nicht jede Sekunde, die wir haben?
Irgendwie passt da ja dieser Spruch, den ich absolut nicht mag: You only live once.
Aber ja - tun wir. Wir leben nur ein einziges Mal. Oder etwa nicht?
Dieser Spruch bringt ja den Gedanken mit sich, es einfach zu genießen - das Leben. Es voll und ganz auszuschöpfen, und nichts zu bereuen. Aber geht das so leicht? Wie setze ich mir denn Prioritäten - die ich umbedingt machen will - und lasse andere Dinge in den Hintergrund rücken - die ich vielleicht gemacht hätte, hätte ich die Zeit? Wie erkläre ich denn meinem Gewissen, oder besser gesagt meinem Herzen, dass ich nunmal nicht alles machen kann - was ich will?
Dieses Entscheidungen treffen ist doch verflixt. Aber viel schlimmer ist die Tatsache, dass wir unser Leben nicht so sehr schätzen würden, würde es nie enden. Denn gerade die Endlichkeit ist doch das, was das Leben so wundervoll macht.
Mit dieser Schreiberei hier kommt mir mehr und mehr die traurige Erkenntnis, dass für immer nicht nur die meist ausgesprochene - sondern auch die größte Lüge der Menschehit ist...
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